(IMHO) Kapitel fünf: Wie Sand am Meer – So fleißige Studenten gibt’s nur an der Haupt-Bib!

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Glücklicherweise dürfen wir uns nach den langen Weihnachtsferien jetzt endlich wieder vollkommen auf die Uni konzentrieren und fleißig lernen, da Ende Januar die Prüfungszeit ansteht. Mir persönlich graut es nicht so sehr vor dem Lernen an sich, sondern eher vor dem Plätze-Kampf an den Bibliotheken der Uni, der im Monat Januar durchaus als unzivilisiert bezeichnet werden kann. Man könnte fast schon meinen, dass manche Studenten die Bib mit ihrem Lieblingsstrand auf Mallorca verwechseln, wo es durchaus auch Gang und Gebe ist so gewissenhaft Plätze zu reservieren, wenn auch mit Badetuch anstelle von Heften, Büchern und Kulis.

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Besonders schlimm ist es an der Hauptbibliothek am Innrain (im Volksmunde auch Bib genannt), wo es bereits um 7:30 Uhr zugeht wie auf einem Marktplatz. Offiziell öffnet die Bib ihre Tore ja erst um 8:00 Uhr. Es ist aber auf jeden Fall ratsam eine halbe Stunde früher da zu sein, wenn‘s sein muss dann auch mit nassen Haaren, wenn man nicht die Zeit zum Haare föhnen gefunden hat. Man will ja auf keinen Fall riskieren nur einen Platz in den billigen Reihen, oder noch schlimmer, gar keinen Platz zu bekommen. Würde man für Plätze zahlen können, würden es manche mit Sicherheit tun. Mit Geld kann man ja bekanntlich viele Probleme lösen.

Wenn man es nun wagt sich unter die strebenden Schäfchen auf der Haupt-Bib zu mischen, sollte man auf alle Fälle einige Regeln beachten: Erstens: lauf um dein Leben, denn um 08:05 sind oft alle Plätze schon besetzt. Zweitens: wenn man einen Platz besetzen will, sollte das auch authentisch aussehen, sprich Kulis  und Block bzw. Bücher sollten unaufgeräumt am Tisch liegen bleiben. Andere sollen ja glauben, dass man gleich wieder zurück ist. Und Drittens: Nichts Peinliches machen, denn man wird immer von irgendjemandem beobachtet.

Im vergangenen Semester haben sich die Angestellten in der Bib ja einige Taktiken ausgedacht um mit der großen Masse an Studenten umzugehen. Leider scheint aber nichts wirklich geklappt zu haben, außer dass die durchaus gemütlichen Sofas, die für den ein oder anderen als Ausruheplatz für einen kurzen powernap besonders gemütlich  waren, durch Tische ersetzt wurden. Wie schön wäre es wenn alle an der Haupt-Bib erst um 9:00 Uhr (oder später) eintrudeln würden und dann nicht wie eine Horde Schafe zu ihren hochgeliebten Plätzen stürmen würden? Vielleicht sollte ich demnächst mit meinem Badehandtuch auf die Bib gehen um einen Platz zu besetzen, denn diese Art der Vorgehensweise hat sich ja auch auf Mallorca eingebürgert, dann sollte es wohl auch in Innsbruck erlaubt sein.

Foto: Zenleser

 

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